Verfasst von: Elly | Oktober 12, 2008

Gefahr aus dem Supermarkt

Eigentlich dachte ich sei ich allen Gefahren aus dem Supermarkt entronnen. Denn ich backe nicht mehr und koche nichts, was nicht innerhalb von zehn Minuten fertig ist. Und eigentlich hatte ich auch keine Lust mehr, über Supermärkte zu schreiben – denn ich hasse Einkaufen. Egal…

Also: Ich versuche, jeden Tag eine Flasche Mineralwasser zu trinken, wegen der wertvollen Mineralien natürlich – wenn man von dem bisschen Uran und dem hohen Natriumwert mal absieht, ist das doch eine tolle Sache. Und weil ich keine Lust darauf habe, dass sich die Pfandflaschen in meiner Küche stapeln, gebe ich sie auch brav wieder ab, sobald ich neues Wasser kaufen gehe.

Nun ist das so, dass ich in den meisten Supermärkten dafür extrem viel Zeit einplanen muss, weil es so einige Menschen gibt, die mit Koffern und Reisetaschen voll leerer Flaschen geradezu angereist zu kommen scheinen. Und so stehe ich meist an, höre jeden dieser Menschen mindestens (!!) einmal fluchen, weil der Automat streikt oder weil es „wirklich unglaublich“ scheint, dass der Automat keine Flaschen annimmt, die zerbeult oder zerkratzt sind oder solche, die gar keine Pfand-Flaschen sind.

Wenn ich nach den gefühlten drei Stunden Anstehen und Warten nicht wegen Dehydratation umgekippt bin, dann komme ich auch endlich dazu, meine drei Flaschen in den Automat zu befördern. Die Supermarktkette L*DL (Das ist jetzt mit Absicht so geschrieben – ich will ja nicht verklagt werden…) hat jetzt eine ganz tolle Strategie, die Pfandflaschenabgabe zu einem besonderen Erlebnis zu machen: Direkt neben dem blauen Knopf „Bon ausdrucken“ befindet sich ein weiterer, roter Knopf mit der winzigen Aufschrift „Betrag spenden“. Wer nicht aufpasst, wählt da schnell das, was er eigentlich nicht vorhatte, denn Rot springt nun einmal mehr ins Auge als Blau. Und überhaupt: Für was würde man den Betrag spenden? Die Kaffeekasse der Filialmitarbeiter? Die Förderung der Uranherstellung? Für mehr dieser Automaten, damit man nicht mehr so lange anstehen muss?

Sollte ich danach noch die Nerven dazu haben, gehe auch gern noch in den Supermarkt, um meinen Pfandbon einzulösen und neues Wasser und was auch immer ich benötige zu holen. Meist bin ich dann aber soweit, dass ich die Sachen nur noch apathisch in den Einkaufswagen schmeiße. Manche Sonderangebote scheinen die Eigenschaft zu besitzen, sich praktisch „von allein in den Korb zu werfen“. Jedenfalls kommt es bei mir oft vor, dass ich wegen Obst, Zimt für den Kaffee (ja, ich mag das!) und Mineralwasser (und wegen des Pfandbons, natürlich!) in den Supermarkt gehe und dann mit Kaffee, Kaugummi, Gewürzen, Weintrauben im Sonderangebot, Birnen, Mangofrüchten, getrockneten Apfelringen (wer isst sowas?? – Igitt!), Bohnen aus der Dose, Studentenfutter in der Tüte, einer Wärmflasche, etlichen Gesichtsmasken und natürlich einer Packung Zigaretten an die Kasse gehe. Ach ja: Zimt habe ich natürlich nicht finden können. Wurde wegen der Schadstoffe aus dem Sortiment genommen, nehme ich an.

Für gewöhnlich fällt mir beim Bezahlen auch noch jede Menge Kleingeld aus dem Portemonnaie, aber das überspringen wir jetzt mal… Der Blick auf den Kassenbon birgt ein besonderes Risiko in sich, nämlich die Erkenntnis, dass:

  • wieder alles teurer geworden ist (Wobei ich vielleicht die Kreativität hervorheben sollte, mit der das geschehen ist, denn die Bohnen in der Dose waren letze Woche noch zum Normalpreis im Sonderangebot und sind jetzt eben ein paar Cent teurer – das muss man erst einmal hinkriegen!)
  • dass das ausgepriesene Sonderangebot der Weintrauben zum Normalpreis gescannt wurde (Rein rechtlich müsste ich jetzt übrigens den Normalpreis zahlen, denn die Auspreisung der Ware im Supermarkt ist nicht verbindlich. Ich werde wohl, wie so oft, trotzdem mein Glück versuchen.)
  • dass die Kaugummis doppelt gescannt wurden, obwohl ich sie augenscheinlich nur einmal gekauft habe
  • dass ich das Wasser vergessen habe und dass der Pfandbon noch immer in meiner Jackentasche ist.

Ich habe jetzt auch gar keine Lust mehr, auch noch darüber zu schreiben, wie schwierig es manchmal sein kann, diese Dinge mit der Kassiererin oder dem Kassierer zu klären (auch mal abgesehen von den genervten Blicken der anderen Kunden, die nun noch länger an der Kasse warten müssen). Dass ich nach einer solchen Prozedur nicht schon einmal aus Verwirrung gegen eine Straßenlaterne gelaufen bin, grenzt jedenfalls an ein Wunder.

Zum Schluss noch folgende Warnung: Bohnen aus der Dose können tödlich sein – wenn man zu blöd ist, einen Dosenöffner zu benutzen und sich an der scharfen Kante der halb geöffneten Dose die Finger schneidet.


MfG usw.

NACHTRAG: Die Spende des Pfandgeldes der besagten Kette geht an „Die Tafeln“, also eine Einrichtung, die nicht verkaufte Lebensmittel sammelt und dann an Bedürftige verteilt. Unter diesen Umständen finde ich die Verwirrung mit den Knöpfen zumindest teilweise entschuldbar.


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