Über mich

Aaaahlso…

ich bin 27/w und lebe in Berlin, Deutschland – manchmal würde ich allerdings lieber im Bermuda-Dreieck verschwinden. Die letzten Monate in meinem Leben waren recht turbulent, daher also ein Versuch, diese Dinge etwas zu sortieren und zu relativieren.

Nach einem geschmissenem Studium mache ich nun seit einem Jahr eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich, die mir Spaß macht. Ich habe eine eigene Wohnung, in die ich mich zurückziehen kann (was ich zu oft tue) – und ich kann jederzeit mit der Bahn in die Stadt fahren, um etwas zu unternehmen (was ich viel zu selten mache).

Ich schreibe seit Jahren Tagebuch, manchmal auch Kurzgeschichten. Bücher lese ich so phasenweise, mal verschlinge ich sie, dann sieht man mich monatelang nicht mit einem Buch in der Hand. Hin und wieder male ich. Obwohl man es nicht als Malen bezeichnen sollte – ich experimentiere mit Papier, (Öl-)Kreiden, Aquarell- und Schulmalfarben. Ich mag Musik, hab auch in meiner Schulzeit im Chor gesungen, heute bleibt es mehr beim passiven Musik-Hören. Ach ja, mein Musikgeschmack ist eher individuell: Ich mag das, was gerade im Radio gespielt ist genauso wie Bands, die nie über eine CD hinausgekommen sind, die sie privat im Keller aufgenommen und dann ins Internet gestellt haben. Alles also recht unscheinbar.

Was sonst noch interessant sein könnte (jetzt kommt’s!): Andere Menschen würden mich als neurotisch, überemotional, chaotisch, launisch, sarkastisch und vergesslich bezeichnen – wie man sieht, bin ich also ein absolut umgänglicher und liebenswerter Mensch;-) Ich schlafe zu wenig und zu unregelmäßig, esse nicht richtig und bin in den Augen einiger Menschen zu dünn. Manchmal, insbesondere morgens, bin ich unausstehlich. Mein Geheimrezept dagegen ist mein sehr spezielles Frühstück (Kaffee, Zigarette, Radiogedudel).

Ach ja, und ich bin Jahre lang in Therapie gewesen – wegen Depressionen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und all dem Spaß, der damit in Verbindung steht. Man könnte mich also auch in die Kategorien „therapieresistent“ und „therapiegeschädigt“ einordnen;-)

Was mich aber sehr nachdenklich gemacht hat: Während eines Klinikaufenthaltes meinte die Therapeutin mal zu mir, sie würde mich ja gern noch länger da behalten, weil ich ihr in den Gruppensitzungen so viel Arbeit abnehmen und mich deshalb hervorragend als Co-Therapeutin eigenen würde. Es scheint also nicht so zu sein, dass ich total unterbelichtet bin:-) Das kann ein Vorteil sein, manchmal aber auch ein Nachteil. Es ist wohl immer die Frage, was man daraus macht.

Antworten

  1. >>Ach ja, und ich bin Jahre lang in Therapie gewesen – wegen Depressionen, Essstörungen, Persönlichkeitsstörungen und all dem Spaß, der damit in Verbindung steht. Man könnte mich also auch in die Kategorien “therapieresistent” und “therapiegeschädigt” einordnen;-)

    Willkommen im Club ;-) … (mein Markenzeichen „depressiv“, umgekehrt essgestört = Frustfresser.

    Ist Dir auch schon in den Sinn gekommen, dass jeglichen sogenannten psychologischen Störungen oder Krankheiten eine als gesund betrachtete Norm zugrunde gelegt wird?

    Wie wäre Deine Diagnose, lebten wir nicht in einer Gesellschaft, die krank = narzisstisch gestört ist, uns als gesund vorgaukelt, was gar nicht so gesund ist?

  2. >>Ist Dir auch schon in den Sinn gekommen, dass jeglichen sogenannten psychologischen Störungen oder Krankheiten eine als gesund betrachtete Norm zugrunde gelegt wird?<<

    Davon bin ich überzeugt;-) Die „Norm“ bezeichnet wohl vielmehr das, was so allgemein üblich ist als das, was für den enizelnen wirklich gesund ist.

    Danke für dein Feedback! LG

  3. >>Davon bin ich überzeugt;-) Die “Norm” bezeichnet wohl vielmehr das, was so allgemein üblich ist als das, was für den enizelnen wirklich gesund ist.

    Das klingt gesund. Ich hab mir viel einreden lassen, was die Befindlichkeit noch mehr gedrückt hat … inzwischen nicht mehr.

  4. Das hab ich auch gemacht, mein ganzes Leben lang. Irgendwie wollte ich immer der Norm entsprechen, allen und allem gerecht werden. Und es stimmt, was du schreibst, so etwas drückt die Befindlichkeit enorm nach unten, weil es irgendwo nicht stimmig und nicht schlüssig ist. Aber (leider!) ist nicht so, dass sich das nach der Erkenntnis, dass der-Norm-entsprechen gar nicht so gut für mich ist, sich alles schlagartig geändert hätte. Die Erkenntnis allein macht die Dinge nicht unbedingt leichter, sondern vielmehr schwieriger. Manchmal gelingt es mir (mit der Zeit mehr und mehr), auch die positiven Dinge darin zu sehen, dass ich im Leben einige Umwege gehen musste. Ich habe mehr gesehen als die Menschen, die ganz einfach den „klassischen Lebensweg“ gegangen sind:P

  5. Auch das trifft zu. Dass Du die positiven Dinge dabei nicht aus dem Blick verlierst, liest sich aus Deinen Beiträgen heraus. Dein Schreibstil ist anregend.

  6. Danke:-) Ist, um ehrlich zu sein, aber nicht immer so, dass ich auch die positiven Dinge im Auge behalte. Das Schreiben ist so meine Methode, die Dinge „festhalten“ und mir bei Gelegenheit wieder in Erinnerung rufen zu können.


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